• Der unbequeme Gast

    Melnitz erscheint immer dann, wenn es wirklich unbequem wird: wenn die Zerrissenheit der Familienmitglieder ihren Höhepunkt erreicht, wenn Phlegma einkehrt, wenn die Spannung zwischen Assimilation und eigenem Gewissen kaum mehr auszuhalten ist. Melnitz ist störrisch und weise zugleich – und kommt garantiert dann, wenn er am lästigsten ist.

  • Vom göttlichen Wahn des Lesens 

    „Der Name der Rose“ entfaltet in seiner Komplexität und Vielschichtigkeit seinen Sog auf mich. Die Perlentaucherin in mir ist begeistert, auf jeder Seite, ja fast in jedem Absatz fündig zu werden. Ich liebe ich es, mir Schritt für Schritt eine ferne Welt zu erschliessen. Um meinen Lesesessel herum türmen sich Bücher, Notizen, mein MacBook für Recherchen, Teebecher, Bonbonpapier. Als ich anfange, mich über Studiengänge in Mediävistik (Mittelalterforschung) zu informieren, merke ich, dass ich in einem kleinen Wahn bin. Oder ist Manie das bessere Wort?