Wartezimmer der Worte

Hier parke ich Worte mit Substanz. Zitate, Fundstücke und Gedanken, die bei mir hängen geblieben sind, die mir irgendwie relevant erscheinen. Und dies erst einmal ohne Applaus, ohne Ablehnung – als Einladung, sie mir irgendwann einmal genauer anzusehen.

Die ganz grossen Fragen 

Man muss im Leben so handeln, als ob man der Handelnde wäre, in dem Wissen, dass man nicht der Handelnde ist. 
– Ramesh S. Balsekar 

Gib alle Fragen auf ausser der einen: „Wer bin ich?“. Schliessich bist du dir nur einer Tatsache gewiss: du bist. „Ich bin“ ist sicher, das „Ich bin dies“ ist es nicht. Bemühe dich herauszufinden, was du in Wirklichkeit bist. Um zu wissen, was du bist, musst du zunächst das untersuchen, was du nicht bist: Körper, Gefühle, Gedanken, Zeit, Raum, dies oder das. Gerade der Vorgang der Wahrnehmung zeigt, dass du nicht bist, was du wahrnimmst. Je genauer du verstehst, dass du auf der Ebene des Verstandes nur in negativen Begriffen, beschreiben werden kannst, umso schneller wirst du zum Ende deiner Suche kommen und realisieren, dass du das unbegrenzte Sein bis. 
– Sri Nisargadatta Maharaj

Du bist nur eine Vorstellung, und durchaus nicht das, als was du erscheinst. 
– Epiket 

Da sagte Mose zu Gott: Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen und ihnen sagen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt. Da werden sie mich fragen: Wie heisst er? Was soll ich ihnen sagen? Da antwortete Gott dem Mose: Ich bin, der Ich-bin. Und er fuhr fort: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt.
– 2. Buch Mose (Exodus), Kapitel 3, Verse 13 und 14 

Was ist also Leiden? Mit einem Wort: die Tatsache, das nichts im Leben genau so ist, wie du es gerne hättest. Die Welt dreht sich nicht um dich! Und was ist die Erlösung vom Leiden? Die Erkenntnis, dass nichts im Leben genau so sein muss, wie du es gerne hättest. Die Welt muss sich nicht um dich drehen!
– Muho

School of Life

Lebe im Verborgenen! Entziehe dich den Vergewaltigungen durch die Gesellschaft – ihrer Bewunderung, wie ihrer Verurteilung. Lass ihre Irrtümer und Dummheiten und gemeinen Lügen nicht einmal in der Form von Büchern zu dir dringen. 
– Epikur

Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. In diesem Raum haben wir die Freiheit und die Macht, unsere Reaktion zu wählen. In unserer Reaktion liegen unser Wachstum und unsere Freiheit.
– Victor Frankl

Never complain. Never explain.
– Maxime, die mit der britischen Königsfamilie in Verbindung gebracht wird

Ich weiss nicht heisst immer nein.
– Karin Kuschik

Nicht die Dinge selbst, sondern die Meinungen von den Dingen beunruhigen die Menschen. 
– Epiket 

Nur das lieben, was einem widerfährt und was vom Schicksal verhängt wird. Denn was wäre angemessener?
– Marc Aurel 

Wo du dich findest, da lass von dir ab.
– Meister Eckhart 

Du darfst nicht bei deinen Ideen vom Leben stehen bleiben.
– Kodo Sawaki

Solange du etwas willst oder etwas nicht willst
bist du nicht frei.
Darum bitte Gott, dass du leer wirst von allem,
was nicht Gott ist.
– Meister Eckhart

Alles ist Übung.
Die Lüste sind vergänglich, die Tugenden unsterblich.
Schimpfe so, dass du schnell wieder Freund werden kannst.
Halte dich an alte Gesetze, aber an frische Speisen.
– Periandros

Der Mensch soll nicht viel wirken,
sondern viel sein.
– Meister Eckhart

Wenn es anstrengend ist, ist es das Ego.
– Lester Levenson

How to be not an ashole 

Be kind, for everyone you meet is fighting a hard battle.
– Ian Maclaren

Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.
– Die Goldene Regel

Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.
– Johannes-Evangelium, Kapitel 8, Vers 7 

Hilf denen, die um Hilfe bitten – nicht den anderen 

Leuchttürme rennen auch nicht überall auf der Insel herum und suchen nach Booten, die sie retten können. Sie stehen nur da und senden ihr Licht aus. 
– Anne Lamott

Ungefragter Rat ist eine Form von Gewalt. 
– Heinz von Foerster

Von aussen auferlegte Lösungen sind unterdrückend.
– Virginia Satir 

Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‹Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!›, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach kannst du sehen und den Splitter aus des Bruders Auge ziehen.
– Lukasevangelium, Kapitel 6, Verse 41–42

Heutzutage findet man oft schwer Befriedigung in seinem Bedürfnis, einmal mit Menschen zu sprechen, die Rat zu erteilen wissen und von denen man lernt und Aufklärung bekommt, ohne dass sie den Schulmeister herauskehren, und die einem nicht nur ein paar grosse hohle Worte auftischen, die im Grund entweder Totschläger oder Gemeinplätze sind.
– Vincent van Gogh

Sofern Sie sich in das Leben eines anderen Menschen einmischen wollen, gibt es zwei Kriterien: Schauen Sie in Ihre linke Handfläche, und sollte wider Erwarten „Gott“ darin stehen, dürfen Sie sich zur Hälfte einmischen; falls dann auch noch in Ihrer rechten Handfläche „Gott“ steht, haben Sie freie Fahrt sich zu engagieren.
– Tim Mögele

Poetisches 

Lausche mit dem ganzen Herzen
Schau mit der ganzen Seele
Lebe mit ungeteilter Liebe
Lass los und vertraue
– Maria Sassin

There is a crack, a crack in everything
That’s how the light gets in.
– Leonhard Cohen 

Wilde Wege wagen 

Mut ist Angst plus ein Schritt.
– Mischa Miltenberger

Die fünf Freiheiten nach Virgina Satir 
Die Freiheit, zu sehen und zu hören, was ist – nicht, was sein sollte, war oder sein wird.
Die Freiheit, zu sagen, was man fühlt und denkt – statt zu sagen, was erwartet wird.
Die Freiheit, zu fühlen, was man fühlt – und nicht, was man fühlen sollte.
Die Freiheit, um das zu bitten, was man braucht – statt auf Erlaubnis zu warten.
Die Freiheit, für sich selbst Risiken einzugehen – statt immer nur auf Sicherheit zu setzen und nichts Neues zu wagen.

Das Richtige zu tun bleibt richtig, auch wenn es die Welt nicht rettet. 
– Jan Lenarz 

Es gibt keinerlei Verpflichtung, dass deine Art zu leben für andere irgendeinen Sinn ergibt. 
– Scott Tatum 

Vom Ende 

Ich fühle eine Kraft in mir, die ich entwickeln muss, ein Feuer, das ich nicht auslöschen darf, sondern schüren muss, obwohl ich nicht weiss, zu welchem Ende es mich führen wird, und ich mich über ein düsteres nicht wundern würde. Was soll man in einer Zeit wie dieser wünschen? Welches wäre das verhältnismässig glücklichste Los? Unter manchen Umständen ist es besser, der Besiegte als der Sieger zu sein. 
– Vincent van Gogh 

„Der Tod ist schrecklich und endgültig und kommt oft zu früh“, erklärte Coach Bob.
„Na und?“ sagte mein Vater.
„Genau!“ rief Iowa-Bob. „Darauf kommt‘s an: Na und?“
Und so war es unsere Familien-Maxime, daß ein unglückliches Ende ein reiches und ausgefülltes Leben nicht untergraben kann. Sie beruhte auf dem Glauben, daß es keine Happy-Ends gab.
– aus: Hotel New Hampshire von John Irving 

Man soll alles so tun, sagen und denken, als bestünde die Möglichkeit, jetzt gleich aus dem Leben zu scheiden. 
– Marc Aurel